Affirmationen, die wirken

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Wer schon einmal mit Affirmationen gearbeitet hat, wird die „Grundregeln“ schon kennen: Man formuliert einen Satz und rezitiert ihn so häufig wie möglich, gerne auch während einer Meditation oder bei Alltagshandlungen wie Zähneputzen. Ziel ist es, das Unbewusste auf ein erwünschtes Ergebnis, zB eine Geisteshaltung, quasi „zu programmieren“. Daher ist es manchmal auch möglich, die jeweilige Affirmation aufzuschreiben und im peripheren Sichtfeld zu platzieren (um sie, auch wenn man nicht bewusst dran denkt, in’s „Unbewusste zu schleusen“) oder sie schriftlich so lange und oft zu wiederholen, bis das Schreiben automatisch erfolgt, man also nicht mehr bewusst darüber nachdenkt.
Überaus wichtig ist es, den entsprechenden Satz einer Affirmation positiv zu formulieren und keine Negierungen (sowas wie „kein“, „nicht“, etc.) zu verwenden. Ausserdem sollte er in die Gegenwartsform gebracht werden. Sagt man jedenfalls.
Das heisst, man sollte zB. anstelle von „Ich will nicht mehr krank sein“, lieber sagen/schreiben: „Ich bin gesund und putzmunter.“
Anstelle von: „ich will reich werden.“ wäre (Gegenwart): „ich lebe in Wohlstand.“ angeraten.
Jedoch steckt genau hier ein gewisses „Problemchen“, das viele Menschen mit Affirmationen haben: nutzt alles nix, wenn man sich das selbst nicht glaubt.
Wenn man beispielsweise mitten in einer saftigen Grippe steckt, mit Gliederschmerzen, verrotzt bis unter die Hutkrempe, und sich einfach elend fühlt, und man sich dann aufsagt: „Ich bin gesund und fühle mich großartig!“, dann sagt das Unbewusste schnell: „Du hast doch einen Knall!“, und macht manchmal einfach total dicht (zB indem man bei jedem Affirmationsversuch einschläft oder an die Einkaufsliste für morgen denkt oder einem plötzlich die Nachnamen sämtlicher Freunde, die man im Kindergarten hatte, durch den Kopf gehen – kurz: Konzentration unmöglich.)

Ich möchte hier eine etwas andere Affirmationstechnik vorstellen.

Wie auch beim „normalen“ Affirmieren formuliert man einen Satz, der möglichst klar und positiv das ausdrückt, was man will.
Als Beispiel: „Ich bin gesund.“
Jetzt streicht man gedanklich alles weg, was kein Adjektiv (wie-Wort) ist:
Ich bin gesund.
Den „ich lebe in Wohlstand“-Satz müsste man noch kurz zu einem Satz mit Adjektiv umbauen, zB. „ich bin wohlhabend.“ oder schlicht: „ich bin reich.“
Als nächsten Schritt nimmt man sich am besten etwas Zeit (ein paar Minuten), schliesst die Augen und stellt seinem Verstand die Frage: „wie fühlt sich gesund (oder wohlhaben oder reich oder glücklich oder, oder, oder…) an?“
Der Verstand liebt Aufgaben. Sogar, wenn wir krank sind. Er wird gleich „loslaufen“ und nach Erinnerungen suchen, wie sich denn „gesund“ anfühlt. Er wird Lösungsvorschläge anbieten (das ist sein Job), und wenn die entsprechende Erinnerung passt, dann kann man, eventuell sogar laut, sagen: „ja, genau sowas meine ich. Das suche ich!“
Bei manchen Themen (zB „wie fühlt sich frisch-verliebt an?“) kann es passieren, dass der Verstand, neben den guten Erinnerungen an ein Frischverliebtsein, auch zeitgleich bzw. zeitnah die an den damit später verbundenen Trennungsschmerz ausbuddelt. Dann sollte man gleich sagen: „Nein! Stopp! Das meine ich nicht. Wie fühlt sich frisch-verliebt an?“

Sehr wichtig dabei ist, dass man nicht auf Substantive (Haupt-, Ding-, Nennworte) zurück greift. ZB. nicht „wie fühlt sich Gesundheit an?“ oder „wie fühlt sich Liebe an?“.
Das hängt damit zusammen, wie wir, seit unserer Kindheit, unser Erinnerungs- und Erkennungsvermögen trainiert haben. Hauptworte erkennen wir quasi „von aussen“, als Beobachter und eher „Unbeteiligte“. Wir identifizieren „Liebe“ oder „Glück“ anhand von Merkmalen. Während wir Adjektive, vor allem im Bezug auf „Fühlen“, eher durch eigene Erinnerungen oder Mitgefühl mit anderen Menschen begreifen.

Sobald man die passenden Erinnerungen aus dem Gedächtnis ausgegraben hat, kann man sich in die jeweilige Erinnerung vertiefen und sie mehrfach „abspielen“, wie eine private „Best of…“-Vorstellung im Kopf-Kino.
Manchmal kann der Verstand auch andere „Lösungsvorschläge“ anbieten. Das ist mir mal bei einem Hexenschuss so gegangen, als ich diese Übung mit „schmerzfrei“ gemacht habe. Anstelle von Erinnerungen an schmerzfreie Zeiten, bot mein Verstand mir eine „Auflistung“ all meiner schmerzfreien Körperstellen an, von denen ich dann die aussuchte, sie sich am besten anfühlten und mich einige Minuten ganz auf diese Körperstellen und das „schmerzfreie“ Gefühl konzentrierte.*

Wenn man diese Übung vor dem Einschlafen macht, nimmt man ein sehr angenehmes Gefühl mit in den Schlaf. Darüber hinaus wirkt diese Sorte von Affirmationen bei mir sehr viel besser, schneller und eindeutiger, als ich es von den „rein verbalen“ Affirmationen jemals hätte behaupten können. Oft wirklich ziemlich „magisch“ 😉

Viel Spaß beim „Adjektiv-Erinnerungs-Surfen“! 🙂

 

 

*als kleine Anmerkung, für besonders Experimentierfreudige:
Einige Male ist es mir seitdem gelungen, mich nicht nur sehr auf dieses „schmerzfrei“-Gefühl zu konzentrieren, sondern dann, wenn ich wirklich richtig „drin war“, mit meinem Verstand genauestens seziert hatte, WIE sich „schmerzfrei“ anfühlt, mir dann sogar vorzustellen, dieses Gefühl, genau dieses Gefühl, in der akut schmerzenden Region zu haben. Das klappt nicht immer – aber ein paar Migräne-Anfälle, unter denen ich ab und an innerhalb des weiblichen Zyklus leide, konnte ich damit schon erfolgreich „adjektivieren“ 😉

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