Mystik?

„Der Ausdruck Mystik“, so heisst es bei wikipedia, „(von griechisch μυστικός mystikós ‚geheimnisvoll‘, zu myein ‚Mund oder Augen schließen‘) bezeichnet Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer göttlichen oder absoluten Wirklichkeit sowie die Bemühungen um eine solche Erfahrung.“ (zum kompletten Wiki-Beitrag)

Ich selbst fühlte mich immer zur „Mystik“ hingezogen, allerdings habe ich viele Jahre von Versuch, Fehlschlag und neuem Versuch gebraucht, um meinen ganz persönlichen „Mysterienweg“ zu erkennen. Gegangen bin ich ihn allerdings schon, bevor ich ihn erkannt habe.

Das ist mutig. Das ist unmodern. Mancher wird sogar sagen, es sei verwerflich, falsch – oder gar „böse“. Denn welchen Raum hat das Streben nach einer ABSOLUTEN Wahrheit in einer Zeit, die in jeder Hinsicht zur Toleranz gegenüber allen Wahrheiten, Meinungen, Ansichten und Lebensweisen aufruft?

Nun, aus meiner Sicht, der Sicht einer Mystikerin, hat es bislang sehr wenig Raum, und somit sehr viel unsichtbare Präsenz. Das sind verschwurbelt-komplizierte Worte für eine simple Beobachtung: der Mensch sehnt sich nach dem Absoluten. Und je relativer alles um uns herum wird, desto mehr Sehnsucht verspüren wir nach diesem ETWAS, das indiskutabel und eben absolut ist.

Dieses ETWAS wurde auf unterschiedliche Arten benannt und umschrieben. Der bekannteste Name dafür ist „Gott“. Ein sehr bekannter, aber leicht verwechselbarer Name ist „Liebe“. Andere Namen sind „Wunder“, „spirituelle Erfahrung“, „Metaphysisches“, „das Unsichtbare“ oder „Seelenheimat“. Ich persönlich nenne es ganz gerne „das Heilige“. Doch auch das sind alles nur Worte für dieses ETWAS. Und das Verrückte mit diesem ETWAS und Worten ist, dass es sofort nicht mehr dieses ETWAS ist, sobald man versucht, es mit Worten zu beschreiben.

Jedenfalls befasse ich mich mit diesem ETWAS seit annähernd 35 Jahren (und ich bin jetzt 41 Jahre alt 😉 ). Als Kind war es einfach dieses Gefühl, dass es Wunder gibt. Und manchmal sogar das Gefühl, dass es nicht nur Wunder gibt, sondern dass in allem irgendwie ein Wunder steckt. Je mehr Verstand ich entwickelte, desto weniger wunder-voll wurden die Dinge, und es war ein langer Weg, um wieder ansatzweise zu erahnen, was ich als Kind schon mal erahnt hatte: dass einfach alles ein absolutes (kein relatives) Wunder ist, und man, also Mensch, nur herausfinden muss, wie man es genau das, was es ist, sein lassen kann…

Mein eigener Weg war sehr experimentell und sehr krumm und schief. Nur rückblickend lässt sich eine Zielführung erkennen, während ich unterwegs war, wirkte es sehr oft wie eine Sackgasse. Abgesehen von den ganz normalen Aspekten des Lebens (Beruf, Liebesleben, Alltag,…) spielte das, was man „Spiritualität“ nennen mag, für mich immer eine grosse Rolle. Ich begann als Christin, fand meinen Weg in die christlich geprägte Esoterik, wandelte weiter zur altdeutschen Hochmagie und wurde schliesslich in eine indigene Krieger-Tradition eingeweiht, was mich indirekt zum Paganismus brachte. Naturreligion und Magie vermengten sich eine Weile lang, bis ich schliesslich auf sehr alten Mysterientraditionen des Abendlandes traf. Hier bin ich geblieben. Erst innerhalb dieser Mysterientraditionen, ihrer Lehren, Techniken und Möglichkeiten, schlossen sich die Lücken des Verstehens und „Selbst-Erlebens“, die der eher eklektische Weg bislang hinterlassen hatte. Ich brauchte Anleitung und hier und da einen saftige Tritt in den Hintern 😉

Ich blogge über meinen Weg nunmehr seit ca. 2007, also seit rund zehn Jahren. Allerdings immer, wie es der Mystik gebührt, „im Geheimen“, nämlich in einem privaten Forum, zu dem nur eng Vertraute Zugang haben. Eher unbewusst etablierte sich über die Zeit bei mir das Selbstverständnis als Mystikerin. Vor Kurzem wollte ich mir eine neue E-Mail-Adresse zulegen, und das erste, was mir in den Sinn kam, war der Name „Mystikerin“. Die E-Mail-Adresse war verfügbar. Ich war verblüfft. Seit ungefähr 20 Jahren nutze ich das Internet, und dass ich ein einzelnes Wort, ohne Zahlenkombinationen, pfiffige Wortspielereien, etwaige Unterstriche oder Zusätze als Mail-Anschrift nutzen konnte, liegt bestimmt 15 Jahre zurück. Also testete ich weiter. Auch bei einschlägigen Plattformen war dieser Nutzername „Mystikerin“ nicht vergeben.

HUCH!!!!

Das war der Moment, in dem ich beschloss, mit meinem Blog „öffentlicher“ zu werden. Denn egal, wie unsichtbar „das Heilige“, die Mystik und jene Mystikerinnen und Mystiker auch sein mögen: sie sind wichtig.

So soll dieses Blog mittel- bis langfristig zu einer Informationssammlung, einer Art „Info-Point“, einem Treff- und einem Findepunkt werden. Es gibt Anlaufpunkte für männliche Mystiker in verschiedenen Religionsgemeinschaften und dem, was man unter dem Begriff „Logen“ kennt. Doch die Welt ist eindeutig reif für etwas mehr WEIBLICHE Mystik 😉

 

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