Dein Wille geschehe

Ein paar meiner Äusserungen (im Artikel „Blood over intent“) haben hinter den Kulissen für ein bisschen Aufregung gesorgt, und daher möchte ich auf ein wichtiges Thema etwas genauer eingehen:
Der freie Wille.

Im Grunde herrscht überall auf der Welt, offen oder versteckt, eine gewisse Uneinigkeit über eine zentrale Frage: hat der Mensch einen freien Willen?
(Und wenn ja: hat er die geistige Kapazität, diesen selbst zu bestimmen?)

ZB bin ich kein grosser Freund des Buddhismus. Obwohl ich damit völlig gegen den Trend gehe, stört mich die in weiten Teilen buddhistischer Weltanschauung propagierte Vorstellung von Karma, aber vor allem seine Konsequenzen im menschlichen Handeln stösst mich ab. U.a. schon alleine, weil ich eine Frau bin, und das im (traditionellen) Buddhismus als das mieseste Karma von allen bewertet wird. Meine Abneigung dagegen hat aber keineswegs egoistische Gründe, sondern eher menschenrechtliche. So galt und gilt es in weiten Teilen der buddhistisch geprägten Welt als durchaus hilfreich für den bzw. die „Inhaberin“ solch miesen Karmas, schon als kleines Mädchen sexuelle Dienste für buddhistische Mönche zu leisten (damit konnte frau Karma abtragen), und auch der Gatte, der erzieherisch sein Weib aus dieser Inkarnation prügelte, tat keineswegs ein Unrecht, sondern leistete einen hilfreichen Beitrag zur „karmischen Entwicklung“ der ihm Angetrauten.
Elendig in tiefster Armut Verreckende waren (und sind) keine humanitäre Verantwortung der Gesellschaft, sondern je grösser ihr Leid, desto mehr Karma können „die Glücklichen“ bereinigen und davon dann in ihrer nächsten Inkarnation profitieren.

Ein ähnliches Denkmodell zeigte sich im christlichen Glauben des Mittelalters und in manchen neuzeitlichen Bewegungen des Christentums.
Da stehen auf der einen Seite die evangelikalen „Reichtums-Prediger“, die davon ausgehen, dass Gott jene, die er liebt, durch besonders bemerkenswerten weltlichen Wohlstand segnet. Das hat aber auch die Kehrseite, dass man jene, die nicht so „gottgefällig“ sind, die ein Leben in Sünde irgendeiner Art führen, daran erkennen kann, dass sie materiell schlechter gestellt sind.
Auf der anderen Seite stehen die „Hasse die Welt“-Erwachsenengetauften unterschiedlicher Richtungen, die ihr Leben im Einklang mit der Lehre Jesu daran zu erkennen hoffen, dass die Welt sie hasst, und sie die Welt. Ihnen ist jede „Hingabe an das Weltliche“ zuwider und sie erkennen „den Feind“ (einen gewissen Satan) daran, dass er alles Weltliche in den Vordergrund stellt.
Womit sie der Kirche des Mittelalters und dem Buddhismus wieder sehr nah sind, denn dahinter steckt der alte Glaube: „Das Leben ist ein Jammertal und je zahlreicher deine Entbehrungen und Leiden in diesem Leben waren, je grösser wird dein Lohn im Himmelreich (bzw nächsten Leben)!“

Die moderne NewAge-Spiritualität und „Selbstoptimierungsszene“ kommt zwar scheinbar ohne dogmatischen Gottesbegriff aus, aber der Schein trügt. Auch wenn man es nicht mehr „Gott“, sondern „Spirit“ oder „Universum“ nennt, bleiben die Aussagen sehr oft zwischen den beiden Extremen hängen. Da heisst es dann nicht mehr „Sicher ist deine schwere Erkrankung Gottes Strafe, und wenn du sie annimmst und betest, wird er dir vergeben!“, sondern halt: „sicher ist deine schwere Erkrankung eine Hilfestellung des Universums, dich in die für dich richtige Richtung zu lenken.“ Anstatt: „der Bettler hat gewiss kein gottgefälliges Leben geführt“ heisst es: „Menschen, die in Armut leben, haben einfach die falschen Gedankenmuster.“ Oder es heisst: „Spiritualität ist der Weg vom Materiellen in das, was wirklich zählt – das Universum unterstütz uns mit Lernaufgaben auf dem Weg zu unserer ganz persönlichen Erfüllung in der geitigen Einheit aller Dinge.“ anstatt: „Gott liebt jene, die die Welt verachtet.“

Im Kern sind die Unterschiede zwischen Glaubensrichtungen, Religionen und Weltanschauungen nicht so gross, wie man denkt. Es lässt sich auf eine Kernfrage herunter brechen: ist alles vorherbestimmt oder haben wir einen freien Willen?

 

Welcher Glaube ist nun der richtige und wahre?
Ehrlich: ich weiss es nicht.
Für mich war „Spiritualität“ immer eines der Top-Themen meines Lebens und ich habe mich von verschiedenen Glaubensrichtungen angezogen gefühlt und im Rahmen dessen auch tief-spirituelle Erfahrungen gemacht. Im Jahr 2014 habe ich dann „Gott getroffen“ und seitdem steht für mich relativ viel fest, ABER: ich bin auch ein sehr sachlich denkender Mensch. Ich kann unter keinen Umständen garantieren, dass meine Begegnungen mit dem „Übernatürlichen“, von denen jene 2014 nur die Eindrucksvollste war, aber nicht ansatzweise die einzige, keine Halluzinationen oder sonstige Sinnesstörungen waren. Für mich schliesst das eine das andere auch nicht aus: warum sollte das Göttliche nicht über Halluzinationen mit uns kommunizieren? Aber dennoch: es könnte sich auch schlicht um Fantasiebegabung, chemische oder physische Körperstörungen oder einfach Einbildung handeln.

Glaube ist ein Kopfsprung ins Ungewisse – und das per Definition. Wenn es wirklich „Gewissheit“ wäre, wäre es nicht Glaube, sondern Fakt. Und Glaube ist für viele Menschen ein wichtiger und zentraler Bestandteil ihres Lebens.

Daher würde ich es mir nie heraus nehmen, einen Glauben bzw eine Glaubensrichtung zu kritisieren – denn die Wahrheit ist: ich weiss es nicht, ob genau diese Glaubensrichtung den „wahren Glauben“ hat. ABER: was ich mir immer herausnehmen werde, ist die Kritik an Glaubensrichtungen, die einem rein sachlich-faktischen Humanismus unterlegen sind. Das bedeutet: ich kritisiere nicht den Buddhismus, aber ich kritisiere es, wenn der Glaube Kinderprostitution in Mönchsklöstern hervor bringt. Ich kritisiere nicht das Christentum, aber ich kritisiere es, wenn es dem Mann ein Besitzrecht an seiner Frau, ein Prügelrecht für seine Kinder oder eine „Hass-Pflicht“ für seine Gläubigen beinhaltet. Immer, wenn die Abwesenheit von DIESEM einen Glauben ein besseres, friedlicheres und erfüllteres Miteinander für die Menschen bedeutet, dann ist genau dieser Glaube für mich nutzlos und, ja, falsch. Glaube, der die Menschen und das Leben bereichert und stärkt, ist gut. Aber wenn der reine Menschenverstand bessere Lebensbedingungen bewirkt, als Menschenverstand + Glaube, dann bin ich sehr dafür, diesen spezifischen Glauben aus der Gleichung zu streichen. Das hat wieder etwas mit Logik zu tun: Götter, die schlechtere Umstände hervorbringen, als Menschen, sind, gelinde gesagt, nutzlos – wenn nicht bösartig.

Und so kam ich persönlich an einen Punkt, wo ich das „umgekehrte Gedankenexperiment“ gewagt habe. Normalerweise prüft man einen Glauben auf seine Glaubwürdigkeit, indem man, für sich persönlich, jene Punkte prüft, die einem eher unglaubwürdig erscheinen. Ich begann aber damit, einfach mal davon auszugehen, dass der jeweilige Glaube der WAHRE Glaube ist. Und mir die Frage zu stellen, was das für Konsequenzen hätte.

Nehmen wir den christlichen Glauben als Ausgangspunkt. Diesen kenne ich am besten, da ich in einem christlichen Kulturkreis aufgewachsen bin.
Wenn der ursprüngliche, christliche Glaube (wie er in der Bibel steht und von den Kirchen interpretiert wurde) wahr ist, wird jeder, der seine Sünden bekennt und Jesus Christus als seinen Herrn akzeptiert, am Tag des jüngsten Gerichts von den Toten auferstehen und ins Himmelreich auffahren. Dem Rest blüht, je nach Glaubenszeitalter, entweder der ewige Tod oder eine Ewigkeit in der Hölle.

Wenn dieser Glaube wahr ist, dann gab es, seit Schöpfung der Welt, ein paar Milliarden Seelen, die für den ewigen Tod oder die Hölle „geschaffen wurden“ (denn auch wenn Gott uns einen freien Willen liess, so war er dennoch der Schöpfer und wusste von Anbeginn der Zeit, wer sich für ihn entscheiden würde) – und, nach Bibelangaben, 144.000 „Auserwählte“, die auf die richtige Art geglaubt haben. Es gibt derzeit 2,26 Milliarden Christen – und da auch Moslems und Juden an den einen Gott glauben, könnten wir sie mitrechnen: 1,57 Milliarden Muslime und 14,2 Millionen Juden.
Obwohl diese Zahlen keinen Aufschluss darüber geben, wieviele Menschen davon als „praktizierende Gläubige“ zählen, reden wir hier von beinahe 4 Milliarden Gläubigen, von denen 144.000 NICHT in der Hölle bzw dem ewigen Tod landen. Mal abgesehen von den übrigen rund 4 Milliarden absichtlich Ungläubigen oder Falschgläubigen. Die wären ja „selbst schuld“ 😉
Und das sind nur die derzeit Lebenden – hinzu kommen ja noch die ganzen Verstorbenen, die dann wieder auferstehen, um gerichtet zu werden.

Jetzt kommt der Clou: auch hier in meiner Gegend werben die Baptisten-Gemeinden nach wie vor mit dem Slogan: „Die gute Nachricht: Jesus liebt Dich!“
Aber rein rechnerisch eben nur, wenn Du zu einer sehr verschwindend kleinen Elite zählst. Natürlich geht jeder gläubige Christ davon aus, dass nun grade er zu eben jenen Auserwählten zählen wird. Grade wenn er eine spirituelle Erfahrung gemacht hat und Jesus wirklich begegnet ist, steht es ja völlig ausser Frage… Doch wenn die Bibel wahr ist, dann gibt es eben auch unter sehr gläubigen Christen eine erdrückende Überzahl, die am letzten Tag erschreckt festellen wird, dass sie leider nicht eingeladen ist.

Und ich?
Zunächst mal bin ich eine unverheiratete Frau, die aussereheliche, intime Begegnungen hatte, und damit habe ich sowieso keine Zugangsberechtigung zum Himmelreich. Hinzu kommt, dass mir, und ich kenne nur wenige Menschen (im Vergleich zu Gott), auf Anhieb wörtlich Hunderte einfallen würden, die, nach christlichem Massstab, die Erlösung hundertfach mehr verdient hätten, als ich. Dann noch meine heiss geliebten Tiere – die loyalsten, bedingungslos liebensten Geschöpfe, die ich jemals traf – und sie kommen wahlweise (je nach Auslegung) in einen eigenen Himmel oder haben keine Seele und sind somit ganz raus… Selbst, wenn ich es irgendwie in den Himmel schaffen würde: Ich weiss nicht, ob ich eine Ewigkeit aushalte, in der ich weiss, dass Seelen, die es viel mehr verdient hätten, als ich, in ewiger Verdammnis brüten und die besten Freunde (Tiere), die ich je hatte, niemals zu mir dürfen… Ich fürchte, der Himmel wäre für mich die Hölle. Ich kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, grettet zu werden, wenn es sooooooooooo viele Seelen gibt, die ewiges Leid erfahren.

Kurz: wenn es wahr wäre, wäre es schon jetzt mein Albtraum, und meine Chancen auf Erlösung wären sowieso gleich Null. Da ich noch lebe, kann ich also für den Rest meiner Tage einen Glauben wählen, der mir wenigstens die Zeit vor meiner ewigen Verdammnis etwas erträglicher macht.

Übrigens: exakt zum gleichen Ergebnis komme ich mit den Glaubensrichtungen, die an klassisches Karma glauben. Wenn am Ende des Weges meine „Erlösung“ stünde, egal ob durch göttliche Gnade oder durch Eigenleistung aufgelöstestes Karma, dann stünden auf der anderen Seite dieser Gleichung so viele Geschöpfe, die ich liebe – und die „noch nicht soweit sind“. Haltet mich für bekloppt, aber das ist einfach nicht mit meiner Auffassung von Liebe vereinbar – schon gar nicht mit „göttlicher Liebe“. Denn meine Liebe, mein Mitgefühl, mein Wunsch, dass es anderen gut ergeht, würde sich gegen mich richten.

Die Lösung haben zB. die Zeugen Jehovas: hier vergessen die „Auserwählten“ dann im Himmelreich sowohl die, die sie mal liebten und die es nicht geschafft haben, als auch alle anderen, die nicht mit auf die „Neue Erde“ kommen. Gnadenvoller ist es – liebevoller allerdings nicht.

Und genau dort kommt der freie Wille ins Spiel. Ich will das nicht. Ich will nicht einen Gott lieben und ehren, der Milliarden Seelen in die Hölle verdammt und sich von seinem kleinen 144.000er-Elite-Club bis in alle Ewigkeit für seine Liebe und Gnade preisen lässt.
Dieser Glaube ist für mich kein Glaube an die Liebe Gottes, sondern Hass. Blanke Menschenverachtung. Wenn es der wahre Glaube ist, dann ist mir mein Glaube an Liebe und Güte, an Werte und Humanität, tatsächlich wichtiger, als die Androhung ewiger Verdammnis. Nicht, weil ich so heldenhaft wäre – ich habe schon Angst davor. Aber ich bin einfach nur ehrlich: ich könnte es nicht. Ich könnte keinem Gott in aller Ewigkeit Liebe und Lobpreis vorheucheln, der Millionen Kinderseelen in die Hölle schickt. Nicht mal Kinderseelen – auch die geprügelte Frau, die ihr Leben lang ihr Bestes gegeben hat, aber wegen ihres Leids einfach nicht an die Liebe Gottes glauben konnte, hat einfach nicht die Hölle verdient. Und da ich mich damit über Gott stelle, bin ich schon wieder „raus“ – aber es ist einfach die Wahrheit: wenn das seine Regeln sind, halte ich sie nicht aus… Schon gar nicht „für immer“.

Wie gesagt: das Christentum ist nur ein Beispiel. Stelle ich mir Valhalla vor, dann kann ich mir zwar ausmalen, dass ich einige Jahrhunderte Spass dabei hätte, mich jeden Morgen mit meinen Freunden zur Schlacht zu treffen um einander die Schädel einzuschlagen, in dem vollen Bewusstsein, dass wir am Abend zusammen mit Odin feiern – aber „für alle Ewigkeit“ – Äonen über Äonen? Ähm – nee… 😉

WENN ich, rein hypothetisch, einen freien Willen habe, dann führt dieser Wille dazu, dass alle Menschen (bzw Seelen) eines Tages „gerettet“ sind. Wenn ich meinen freien Willen als Grundannahme, als Glauben, durchspiele, dann würde sich aus meinem freien Willen nicht nur meine Eigenverantwortung ergeben, sondern auch ein tiefes Mitgefühl. Ich WILL NICHT in einer Ewigkeit leben, in der es „Verdammte“ gibt. Ich WILL NICHT, dass Kinder vergewaltigt werden, damit sie ihr Karma abtragen. Ich WILL NICHT, dass Tiere als seelenlose Objekte betrachtet werden. Ich WILL NICHT, dass ein pseudo-liebevolles Universum dem Menschen Lern-Lektionen erteilt, indem es ihn mit lehrreichem Krebs oder sonstigem Siechtum segnet. Ich WILL NICHT, dass irgendeine Form von Leiden durch irgendeinen x-beliebigen Glauben gerechtfertigt wird. Ich WILL NICHT, dass Menschen Macht über andere Menschen ausüben, um ihnen einen Himmel, egal ob in einer parallelen Wirklichkeit oder auf Erden oder sonstwo, zu bescheren.
Ich prüfe meinen Willen anhand des Gedankenspiels, dass er mich die Ewigkeit kosten könnte – und wenn er Bestand hat, dann ist das, was übrig bleibt, eben „mein Glaube“.

Wie jeder Mensch bin ich der Souverän meines Willens.
Nicht immer meines Schicksals, nicht immer meiner Lebensumstände, nicht mal immer meiner Gedanken – aber ich habe die Freiheit, selbst zu entscheiden, was ich gut oder schlecht finde. Ich bin die moralische Instanz in meinem Leben – und handele nach meinem besten Wissen und Gewissen, im Rahmen meiner Möglichkeiten und nach meinem eigenen Willen.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet – was nun thematisch den Kreis zu „blood over intent“ schliesst. Die Ewigkeit ist immer ein recht guter Anhaltspunkt: wenn es wahr wäre, wenn man also ein Versprechen, Gelübde, Bekenntnis oder einfach nur ein Statement abgeben würde, und es hätte wörtlich für immer Gültigkeit – welches Statement würde man dann guten Gewissens abgeben? Würde man versprechen, nicht eher zu ruhen (egal, ob es eventuell tausende von Leben und Tode dauert) bis alle Menschen aus jeder Form von Knechtschaft befreit sind, einschliesslich derer, die gar nicht frei von Knechtschaft sein wollen? Oder würde man einem Gott seinen immerwährenden Lobpreis versprechen, der Abermilliarden Seelen in ewige Qualen verdammt? Würde man sich dem Karma verpflichten, auf dass alle Menschen sich „in die Freiheit der Erleuchtung entwickeln“ bzw ihr Leid auflösen, völlig egal, wieviele tausend Leben des Leids es dauert? Würde man sich einem Universum anvertrauen, das Menschen mit dem „falschen“ Gedankenmuster „liebevoll“ durch Gewalterfahrungen und bitterste Armut in ihrer Entwicklung unterstützt?
Würde man jemanden ewige Liebe schwören, egal, ob er oder sie eine/n Andere/n liebt? Würde man sagen „ich werde dir immer treu sein!“, wenn „immer“ wirklich wörtlich gemeint ist?

Kurz: wenn man jeden denkbaren Willen daraufhin prüft, ob er in Ewigkeit Bestand hat, dann ist das, was nach dieser Prüfung übrig bleibt, das einzige an „göttlichem Willen“, das ich für meine potenzielle Ewigkeit ertragen könnte.

Oder mal anders gesagt: um einer höheren Macht Gehorsam zu schwören, muss sie meinen moralischen Werten überlegen sein. Ein Gott, der Milliaden Seelen verdammt, ist es nicht. Ein Universum, das liebevoll leiden lässt, ist es nicht. Und rein geistige Gesetze, die zwar gewisse Mechanismen der Seele erklären, aber Elend durch Unsichtbares und wissenschaftlich nicht Nachweisbares rechtfertigen, sind es nicht.
Ich akzeptiere keinen Glauben, der unter meiner Würde ist. Denn meine Würde ist mein Geburtsrecht, sogar im Einklang mit beinahe allen Glaubensrichtungen – und das betrifft ALLE Menschen. Insofern gibt es keinen Glauben, der mich dazu bringen kann, freiwillig die Würde – meine oder die von Milliarden anderen – am Eingang eines ominösen „Himmels“ abzugeben. Meine Erlösung ist ein Mogelpaket, wenn sie die Würde von auch nur einem einzigen anderen Leben kostet… Und das sei gesagt: das schliesst Jesus mit ein!

Für welchen „Himmel“ bist Du bereit, einzutreten?

Insofern ist „freier Wille“ vielleicht eine Illusion, aber es ist eine, die einen zu jener Moral führt, die der eigenen, inneren Wahrheit entspricht.

 

Vergebung – hier ist sie

„Blood over Intent“

der schwarzmagische youtube-Trend, der immer wieder aufflammt

(was kein Zufall ist)

 

Ich halte nichts von Angst. Ich lehne Religionen, Glaubensmodelle und politische Konstrukte, die mit Angst werben oder deren bestes Argument für ihre Überzeugungen die Furcht vor Verdammnis, Umvolkung, Klimawandel-Massensterben oder 5G ist, vollkommen und von ganzem Herzen ab. Angst macht kopflos, und Kopflosigkeit war schon immer ein Garant für dämliche Entscheidungen.

Dennoch möchte ich heute vor einem immer wieder aufflackernden Trend im Internet warnen, der aus dem englischsprachigen Raum immer mehr und öfter auch nach Deutschland schwappt: Blood over intent („Blut über Absicht“, frei übersetzt: „blutiger Ernst“).

Dabei vollziehen Menschen ein halbwegs harmlos wirkendes Ritual, bei dem sie sich häufig filmen, und benetzen oder beträufeln eine vorher auf ein Papier geschriebene „Absichtserklärung“ mit ihrem Blut. Auf genaue Details will ich hier nicht eingehen, allerdings ist das im Internetzeitalter auch nicht mehr nötig – wer unbedingt will, kann Tante Google fragen.

Jeder, der sich auch nur ansatzweise mit Magie, dem Judentum und seinen Reinheitsgeboten, dem Christentum und der Bedeutung des Blutes Christi oder dem Voodoo befasst hat, wird eventuell schon ahnen, dass es keine so gute Idee ist, „mal eben“ ein bisschen Blutmagie für ein paar Views zu veranstalten.
Aus diversen Gründen wird in den Legenden, in denen Menschen Verträge mit einem Teufel unterzeichneten, oft das Blut des Unterzeichnenden anstelle von Tinte verwendet. Warum genau Blut einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt, ist ein Thema, mit dem man nicht nur ganze Bibliotheken füllen könnte, sondern mit dem bereits ganze Bibliotheken gefüllt wurden. Hier soll die simple Aussage genügen: Blut symbolisiert die Bindung der Seele an die Materie, zB an diesen Körper. Es ist die „Essenz“ der materiellen Existenz. Während „die Absicht“ die Essenz des freien Willens darstellt, und somit unseres Geistes.

Während viele Kritiker von „Blood over intent“ vor eben jener („schwarzen“) Blutmagie warnen, ist es aber nicht so sehr die sehr tiefgehende Verbindlichkeit, die man durch ein Blutritual erzeugen kann, sonder das, wovor ich EINDRINGLICHST warnen möchte, ist die Absichtserklärung, der sich da manche Menschen mit ihrem Blut verpflichten. Diese besagt nämlich etwa, manchmal leicht abgewandelt, den folgenden Satz:
„I intend to usher in heaven on Earth and release everyone from bondage“.
(Ich beabsichtige, den Himmel auf Erden einzuleiten/zu begleiten und alle aus der Knechtschaft zu befreien).

Auch in „erwachten“ „befreie dich aus der Matrix“-Kreisen finden derartige Formulierungen grossen Zuspruch – doch sie sind keineswegs so „wohlwollend“, wie sie erscheinen.

In den mystischen Traditionen des Abendlandes (aber nicht nur da) geht man von einer Polarität aus, die (nun ganz verallgemeinernd zusammengefasst) auf „Himmel“ und „Erde“ basiert. In der erwachseneren Variante bedeutet das „Immaterielles“ und „Materielles“ oder „Gott“ und „Schöpfung“. Egal, welchem Glauben man sich verbunden fühlt, sogar wenn es die reine Wissenschaft ist, an der man sich orientiert: immer gibt es zwei Kräfte, zB das „Bewusste“ und das „bisher Unbekannte“.
„Himmel“ und „Erde“ waren von alters her ein Symbolbild für zwei sich ergänzende Kräfte, die manchmal im Spannungszustand, manchmal in Wechselwirkung funktionieren, jedoch nur in ihrer Polarität ein Ganzes ergeben.

Ebenso von alters her gab es immer zwei bzw. drei „Gruppen“ von Menschen, und ich möchte es mal einfach und kindlich formulieren: die, die durch ihre Taten in den Himmel kommen wollten, die, die durch ihre Taten alles an Unerklärlichem erklären und sozusagen die „göttliche Macht“ alleine weltlich begreifen wollten und, zB in vielen indigenen Kulturen, dem Taoismus oder manchen Zweigen der Gnostik noch jene, die den Menschen als ein Wesen „zwischen Himmel und Erde“ (den Kopf im Himmel, die Füsse am Boden) und wahlweise Trennung oder Verbindung der beiden Kräfte begriffen.

„Der Himmel auf Erden“ beschreibt keineswegs das Paradies, sondern quasi den Weltuntergang oder die völlige „Fleischwerdung“ des Göttlichen, was nur auf den ersten Blick verlockend klingen dürfte. In Wahrheit ist es das sehr alte Bestreben gewisser Personen und Gruppierungen, die Stellung von „Göttern auf Erden“ einzunehmen. Vor allem aber ist es das Bestreben, das Gleichgewicht der Kräfte zu beenden. Mal anhand eines Beispiels: ein himmlischer Zustand wäre sicher die Heilung aller Krankheiten, Das würde aber zeitgleich die Ausrottung eines der grössten Ökosysteme des Planeten (nämlich Viren und Bakterien) bedeuten. Nochmal anders: der Gazelle ihr Himmel ist des Löwen seine Hölle. Auch wenn das Christentum schon lange davon träumt, dass Wolf und Lamm friedlich beieinander ruhen, so ignoriert diese Vorstellung doch völlig die Wünsche des Wolfes. Ein „paradiesischer Zustand“ wäre nicht, wenn der Wolf seine Natur ablegt und die Bedürfnisse des Lammes erfüllt, sondern wenn alles Leben seiner Natur gemäss in Einklang miteinander leben könnte.
„Kann ja nicht so schlimm sein, wenn ich erkläre, dass ich jeden aus der Knechtschaft befreit sehen will!“, sagte neulich jemand, mit dem ich das Thema besprach.

Das kommt nun darauf an, für wie machtvoll du – also adressiert an diese Person – dich nun hältst. Wenn du wirklich, aus ganzem Herzen und mit all deinem gesunden Menschenverstand, davon ausgehst, dass du Erfolg haben wirst und mit diesem Ritual für alle Menschen den Himmel auf Erden und eine Befreiung aus jeder Knechtschaft innerhalb deiner Lebensspanne erreichen wirst, dann ist alles wohl relativ harmlos.
Solltest du deine mit deinem Blut unterschriebene Absicht nicht innerhalb deines Lebens erreichen, dann hast du soeben die Besitzrechte an deinem freien Willen an irgendwen überschrieben, und zwar BIS zur Erreichung deines Ziels. Du hast sozusagen einen Blanko-Scheck ausgestellt, die Währung ist deine „Essenz“ und die Gültigkeit ist „bis alle aus der Knechtschaft befreit und der Himmel auf Erden realisiert ist“.

Einen „Blutschwur“ kannst du nicht so leicht brechen, und er läuft erst ab, wenn du aus der Knechtschaft, die du freiwillig eingegangen bist, befreit bist (denn Du gehörst ja auch zu „everyone“) – also nie? Und WEM GENAU hast du diesen Schwur eigentlich geleistet?

Das war jetzt sehr viel „Geunke“, aber dieser Internet-Trend ist tatsächlich mal „blutiger Ernst“, auch wenn es vorerüst einfach nur „Glaubenssache“ sein mag 😉
Solltest Du damit liebäugeln: benutze Kunstblut oder Ketchup – aber am besten lässt Du es einfach ganz 😉

Solltest Du ein solches „blood over intent“-Ritual vollzogen haben, und nun oder zu einem späteren Zeitpunkt ein eher ungutes Gefühl im Bezug darauf entwickeln, oder bemerken, dass sich etwas „komisch“ anfühlt, kannst Du mich gerne kontaktieren. Obwohl freiwillig und absichtsvoll deklarierte „Blut-Eide“ sehr schwer aufzulösen sind: unmöglich ist es nicht. Und soweit ich es vermag, will ich Dir gerne dabei helfen.

Nun würde ich gerne zum Abschluss einen klugen Spruch raushauen, sowas wie „Mit Magie spielt man nicht“, oder so… Doch leider wäre das gelogen. Der Mensch ist ein neugieriges Geschöpf, grade dass sich bei uns Spieltrieb und Vorsicht so die Wage halten, hat überhaupt erst unseren Fortbestand gesichert… Insofern sind sowieso alle Warnungen vergeblich 😉 Und das weiss ich aus Erfahrung… *g*
Final waren es immer unsere „Dummheiten“, aus denen wir, als Menschheit, gelernt haben. Zwar manchmal eher später als früher, aber dennoch mit einer bewunderswerten Hartnäckigkeit 😉

 

 

 

Apokalypse

Im Zusammenhang mit dem derzeitigen Weltgeschehen lese ich dieser Tage öfter mal das Wörtchen „Apokalypse“. Mal von Verschwörungstheoretikern, die nun den Zeitpunkt der Umsetzung einer Neuen Weltordnung durch eine Elite verkünden, mal von Esoterikern, die den Untergang eines alten Paradigmas und den Übergang in ein neues gekommen sehen. Manchmal auch von Pragmatikern, die einfach davon ausgehen, dass die globalen Pandemie-Massnahmen zu einer weltweiten Rezession und damit indirekt zum Untergang der uns bekannten Zivilisation führen könnten.
Jedenfalls bezeichnet „Apokalypse“ wohl generell, im Sprachgebrauch, etwas, das mit einem Weltuntergang zu tun hat. Und bei den Optimisten etwas mit einer Neuauferstehung.

Ursprünglich stammt das Wort aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Entschleierung“ oder „Enthüllung“. Im Christentum setzte sich die etwas freie Übersetzung „Offenbarung“ durch.
Dabei ist wohl der bekannteste Text die „Offenbarung des Johannes“, das letzte Buch des Neuen Testaments. Es ist ein Text, überladen mit mehr oder minder symbolisch zu deutenden Bildern, Zahlen und geschilderten Szenerien, die an Traumbilder erinnern.
Generell geht man davon aus, weil es das letzte Buch der Bibel ist, es würde sich dabei um eine Prophezeihung über das Ende der Welt und „das jüngste Gericht“ handeln.

Tendenziell handelt es sich aber eventuell einfach um eine Verwechslung zwischen Genitiv und Dativ. Wenn da steht: „die Apokalypse des Johannes“, verstehen viele Menschen, auch sehr gelehrte Menschen, „die Ankündigung einer Apokalypse, empfangen, aufgeschrieben und verkündet von dem Johannes.“

Der Unterschied wurde mir persönlich erst bewusst, als ich das erste Mal eine Sammlung der Nag Hammadi Schriften in den Fingern hielt. Ich kannte manche der Texte, aber erst, als ich sie komplett mit einem Inhaltsverzeichnis vor mir liegen sah, las ich dort von einer Menge Apokalypsen: Die Apokalypse des Petrus, die Apokalypse des Paulus, die Apokalypse des Adam, Jakobus hatte sogar gleich zwei Apokalypsen, usw…
Erst da verstand ich, dass die „Apokalypse“ das ist, was Mystiker anstreben: die Enthüllung der Wahrheit und die Begegnung mit der (absoluten) Wirklichkeit.

Aus meinen eigenen, beschränkten Erfahrungen kann ich berichten, dass selbige „Erkenntnismomente“ tatsächlich nicht leicht zu beschreiben sind. Manchmal kommt es mir sogar so vor, als würden jedwede „Studien“, egal ob wissenschaftlich, spirituell, über Symbole oder Sprachbedeutungen, völlig egal, in welchem Bereich, letztendlich nur dem einen Zweck dienen, dem Verstand genug „Vokabeln“ an die Hand zu geben, um ihm in solchen Momenten wenigstens den Hauch einer Chance zu geben, sie geistig zu verarbeiten. Es ist sicher ein menschliches Bedürfnis, sie auch mit anderen zu teilen, doch wie die alten Gnostiker, die solche Texte verfassten und bewahrten, stosse dann auch ich an jene Grenze, dass ich zwar in meinem Gehirn genau weiss, was ich mit dem jeweiligen Symbolbild, bzw. dessen Schilderung, zum Ausdruck bringen will, aber die Chance, dass jemand dann unter diesem gewählten Symbolbild exakt das versteht, was ich zum Ausdruck bringen wollte, ist annähernd gleich Null.
Möglicherweise ist das auch der wahre Hauptgrund, weshalb es traditionelle Mysterienschulen gibt: sofern man von Anfang an ähnliche Erfahrungen mit ähnlichen Begrifflichkeiten und „Metaphern“ belegt, fällt zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es um individuelle Erfahrungen geht, der Austausch anhand gemeinsam fixierter Begriffe leichter?

Jedenfalls schildert zB. Johannes in seiner Apokalypse keineswegs das Ende der Welt, sondern er schildert die Begegnung des Johannes, und zwar nur des Johannes, mit der Wahrheit, und den daraus resultierenden Zusammenbruch seiner eigenen Illusionen, Ängste und Hoffnungen. Damit schildert er auch den „Graben“ zwischen Johannes im Alltag seiner Zeit und Johannes „in der Wahrheit“, und indirekt gibt das sicher ein gewisses Mass an Aufschluss darüber, wie weit seine damalige „Wirklichkeit“ sich von der „Wahrheit“ unterschied. Doch obwohl die absolute Wahrheit nunmal absolut ist, und ein Erkennen dieser Wahrheit folglich bedeutet, dass ALLE die selbe Wahrheit erkennen, ergibt sich aus diesem Graben dazwischen letztendlich das Erleben und Verarbeiten dieser Wahrheit. Es kann also keiner zurück aus dieser Erfahrung kommen, und sagen: „Die Wahrheit ist so und so!“, sondern er kann immer nur die Wahrheit anhand dieses Grabens schildern.

Derzeit sehe ich im Bekannten- und Freundeskreis durchaus viele kleinere und grössere „Apokalypsen“. Sowohl im sprachgebräuchlichen Sinn, als auch im mystischen Sinn. Manche Existenzgrundlage ist schwer ins Wanken geraten, viele Menschen müssen tatenlos ihre Ängste aushalten. Durch einen veränderten Alltag werden auch viele Lebensbereiche einer Prüfung unterzogen, vieles ist aus dem Takt geraten und wird dadurch in einem anderen Licht betrachtet.

Für mich persönlich stand schon Silvester fest, dass es ein „spezielles“ Jahr wird. Nicht nur, dass eine astrologische Konjunktion von Pluto und Saturn im Zeichen Steinbock einen bedeutenden, globalen Wandlungsprozess ab Februar ankündigte, sondern ganz privat fiel mein 44ster Geburtstag in das Jahr 2020 (Quersumme 4) 😉

Generell gilt aber: wir werden’s überleben! Die absolute Mehrheit von uns jedenfalls. Soviel steht fest.
Was wir, jeder für sich, und alle gemeinsam, daraus machen, mag zwar irgendwo geschrieben stehen, aber wenn, dann hat’s sicher ein Mystiker aufgeschrieben, und dann kann’s kein normaler Mensch so verstehen, wie er es gemeint hat… 😉 Also werden wir, wie eh und jeh, halt selbst entscheiden müssen, dürfen – und können.

Es sind apokalyptische Zeiten, in vielerlei Hinsicht, und obwohl es beängstigend und sicher auch manchmal ziemlich herausfordernd sein kann, bin ich absolut sicher, dass darin weitaus mehr Chancen und Möglichkeiten stecken, als „Untergänge“. Machen wir was wirklich Gutes draus!

Vorsicht! Scharlatane!

Die Menschen, mit denen ich mich am häufigsten über philosophische und spirituelle Themen unterhalte, sind auf der einen Seite Okkultisten und praktizierende Logenmitglieder und auf der anderen Seite Skeptiker und Atheisten.
Daher finde ich die sich aktuell immer mehr verhärtende „Front“ zwischen zB. Skeptikern und (nur als Beispiel) „Homöopathiegläubigen“ auch, gelinde gesagt, doof.
Ich wähle dieses Wort – doof – recht bewusst. Denn es ist für mich das passenste Wort für diese Mischung aus arrogant-kindischer Besserwisserei und Fortschritt beschränkenden Allwissenheitsansprüchen, die ich eigentlich mit dem Mittelalter als abgehakt betrachtet glaubte.
Da brachte zB. Jan Böhmermann im Neo Magazin Royal einen Beitrag über Homöopathie und fand es unheimlich gewitzt, immer wieder darauf hinzuweisen, Homöopathie habe, über den Placebo-Effekt hinaus, keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung.
Das wird allerdings weitaus weniger witzig, wenn man sich eingehender mit der Problematik und den Möglichkeiten befasst. ( Artikel zum Placebo-Effekt aus medizinischer Sicht ). Es gibt eigentlich nichts Besseres, was einem Patienten und seinem Arzt passieren kann, als ein wirksames Placebo. Dabei kann die Wirksamkeit überaus erstaunlich sein und weit über jene von Präparaten mit „wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkstoffen“ hinaus reichen.
Sofort taucht in irgendwelchen Diskussionen zum Thema irgendein Homöopathie-Kritiker auf und sagt: „ja, aber wenn Leute nun glauben, dass sie ihren Krebs mit Zuckerkugeln heilen können, und dann am Krebs sterben! Im Grunde ist Homöopathie Mord!“
Entschuldigung, wenn ich das hart sage, aber das ist dann kein Mord, sondern Dummheit des Menschen, der seine Chemotherapie nicht durch Zuckerkügelchen ergänzt, sondern ersetzt. „Ja, aber wenn irgendwelche Scharlatane verzweifelten Menschen Heilung versprechen!“, rufen die Kritiker. Aber da haben wir ein anderes Problem: Heilversprechen sind verboten. Für Ärzte, für Scharlatane, für Homöopathen, für Friseure – egal für wen: wenn man in Deutschland jemanden dabei erwischt, dass er jemandem Heilung verspricht, dann ist das Heilversprechen das juristisch relevante Problem, nicht die Methode, anhand derer dieser Heilversprecher Heilung verspricht 😉 Wer dagegen was tun will, hat juristische Grundlagen und den Rechtsstaat auf seiner Seite. Allerdings gibt es noch einen anderen Aspekt: die meisten verzweifelten Menschen sind die, die schulmedizinisch als austherapiert gelten und denen man vom wissenschaftlichen Standpunkt aus keine Hoffnungen auf Heilung mehr machen kann. Wenn so jemand jetzt durch Zufall an ein Placebo geraten könnte, das seine Selbstheilungskräfte über den Umweg „daran glauben“ aktiviert, könnte man da den Spiess nicht auch umdrehen und sagen, es sei „Mord“, wenn man ihm mit aller Macht begreiflich macht, dass sein Mittelchen nicht wirken kann, wird und wissenschaftlich darf? Ist das Verhindern eines potenziell wirksamen Placebo-Effekts moralisch vertretbarer, als das Herbeiführen eines solchen?

Ein anderes Beispiel sah ich kürzlich auf youtube. Eine Skeptikerin und Atheistin befragte in einem Video eine „New Age Gläubige“. Es ging darum, ob jene „Gläubige“ in der Vergangenheit Engel-Channelings oder ähnliche Dienste für Geld angeboten hätte.
Nun hatte diese Skeptikerin bereits in früheren Veröffentlichungen geäussert, dass sie Menschen, die an übersinnliche Fähigkeiten glauben, zwar für verblendet und etwas blöd hält, aber wenn sie wirklich daran glauben und andere Menschen nicht täuschen, um damit Geld zu verdienen, seien es zumindest keine Betrüger. Wenn sie aber nicht 100%ig an die (zum Beispiel) Engel glaubten, es den Leuten aber erzählen würden, weil die sich dann besser fühlten, dann sei es Betrug.
Das ist eine interessante Zwickmühle: soll die im Interview Befragte nun sagen, sie sei verblendet und etwas blöd, oder lieber, dass sie Menschen getäuscht hat?

Ich möchte in solchen Momenten liebend gerne fragen, ob der betreffende „kritisch-skeptische“ Mensch Shampoo „für kräftiges Haar“ benutzt. Da doch wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass die Haarstruktur ausschliesslich genetisch bedingt ist, und zwar durch Ernährung und hormonelle Bedingungen beeinflusst werden kann, aber keinesfalls durch äusserlich aufgetragene Substanzen.
Wie steht es mit den Akne-Mittelchen in der Pubertät? Oder mit der Anti-Falten-Creme?
Mit aberdutzenden Abnehm-Präparaten? Oder Frauenzeitschriften? „So kriegst du jeden Mann ins Bett!“ – wirklich? Männer-Deos, die auf die holde Weiblichkeit unwiderstehlich wirken? Kredite, die Dir sogar alle Deine Wünsche erfüllen, und das sofort. Policen, die Dein Leben absichern.
Es gibt Branchen, in denen werden Milliarden und Abermilliarden mit wissenschaftlich nachgewiesen falschen, aber rhetorisch sehr wohlüberlegten (oder sollte ich sagen: sehr bewusst auf garantiert nicht erfüllte Hoffnungen abzielende) Versprechungen gemacht. Sehr oft auch ganz ohne Zucker(-kügelchen) 😉 Sozusagen „light“. 

Wo und warum zieht man die Grenze?
Der Aspekt „Geldmacherei“ kann hier nicht greifen. Wir leben in einer Marktwirtschaft, und wenn es eine Nachfrage gibt, oder wenn man eine schaffen kann, dann wird es auch immer ein entsprechendes Angebot geben.

Eine zur Orientierung sehr hilfreiche Kernfrage ist: wem nutzt es wie?
Die Abwägung des potenziellen Schadens (wem schadet es wie?) ist durchaus Teil dieser Frage.

„Die Hersteller von Homöopathie setzen Millionen um!“, wird gesagt, als würde es sich dabei um einen Schaden für die Volkswirtschaft handeln. Wenn jedoch Millionen von Muttis ein paar Zuckerkügelchen gegen Prellungen, blaue Flecke und Schnupfen einsetzen, sehe ich darin keinen Schaden. Weniger Zucker als die BonBons, die man früher als „Trostpflaster“ dem weinenden Kind in die Hand drückte, haben sie allemal, und das kann nicht so schlecht sein. Ich sehe auch keinen Schaden, wenn ein Krebskranker, unter Absprache mit seinem behandelnden Arzt, seine Therapie mit Homöopathie, oder anderen alternativen Mitteln, ergänzt. Bestenfalls haben sie keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung und können daher die konventionelle Therapie nicht stören, aber eventuell um einen Placebo-Effekt bereichern.

Wenn jemand Tarot-Karten oder Engel-Kontakte benutzt, um jemand anderen in einer Entscheidungsfindung zu unterstützen, finde ich daran auch überhaupt nichts Verwerfliches. Es ist völlig egal, ob er es wie eine „Briefkasten-Tante“ einer Frauenzeitschrift für Geld tut, wirklich vollen Herzens daran glaubt oder es durchaus für möglich hält, dass da keine Engel sprechen, sondern ein sich ihm als Engel präsentierender Teil seiner Intuition oder seiner unbewussten Fähigkeit, die Reaktionen des Gegenübers zu deuten („Cold Reading“). Für mich ist entscheidend, ob er sein Gegenüber bei dessen Entscheidungsfindung unterstützt, keinerlei Abhängigkeiten erzeugt und bitte nur jene „Wesen channelt“, die großen Wert auf freien Willen legen 😉

Kritisch wird es immer, wirklich immer, genau dann, wenn jemand die Worte spricht: „…nur mit meiner Hilfe!“. NUR die Zuckerkügelchen oder NUR die Therapie XYZ, NUR, wenn man auf den Erzengel hört, NUR wenn man diese eine Methode anwendet (und keine andere) – immer dann, wenn jemand behauptet, es gäbe NUR den einen Weg, NUR die eine Antwort, NUR die eine Wahrheit – dann ist das höchste Mass an Misstrauen angeraten.

Als Mystikerin suche ich nach einer „absoluten Wahrheit“ – und ich suche schon lange und intensiv. Ich kann guten Gewissens behaupten: weder die Wissenschaft gibt Auskunft über die absolute Wirklichkeit, noch eine der mir bekannten Religionen. Ich kenne mich sehr gut aus mit der Astrologie und noch weitaus besser mit Numerologie und Tarot, ich hatte Begegnungen mit Engeln, Dämonen, Elfen, anderen „Wesenheiten“ und Verstorbenen – und bei all dem habe ich weder die absolute Wirklichkeit, noch den Beweis ihrer Nichtexistenz aufspüren können. Die Skeptiker sagen mir furchtbar gerne, wenn wir uns über diese Themen unterhalten: „nicht wir müssen beweisen, dass es etwas nicht gibt, sondern du musst beweisen, dass es das gibt.“‚
Das stimmt so nicht. Jeweils derjenige, der seine Argumentation für die sachliche und wissenschaftlich fundierte, alleinig gültige Gesprächsgrundlage hält, muss den Nachweis erbringen können. „Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die pharmakologische Wirksamkeit von Homöopathie oder die Existenz von himmlischem Geflügel!“, ist eben keine Aussage über die Wirksamkeit von Homöopathie oder die Existenz von Engeln, sondern es ist eine Aussage über den derzeitigen Stand der Wissenschaft. Es ist kein immanenter „Gegenbeweis“.

Es ist aber sehr wohl eine Aussage, auf die man sich als derzeitigen Stand der Dinge einigen kann, wenn man zwischen aktuell anerkannten Fakten und Hypothesen unterscheiden möchte. Ganz wertfrei und sachlich. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit von Homöopathie, die über den Placebo-Effekt hinaus geht. Übrigens auch umgekehrt: man kann damit niemanden vergiften, und auch dann, wenn tatsächlich irgendwer seine Chemotherapie absetzt, um seinen Krebs mit Homöopathie zu behandeln, bringt ihn keineswegs die Homöopathie um, sondern der Krebs und seine auf einer psychologischen Wirkung basierende (meiner Meinung nach Fehl-)Entscheidung, eine wissenschaftlich mehrversprechendere Therapie abzulehnen. Doch auch hier behält er seine unbedingte Wirksamkeit: der freie Wille. Menschen dürfen über ihr Leben entscheiden. Dass sie das dürfen, obwohl es ihnen auch das Recht einräumt, aus der Sicht anderer Menschen völlig idiotische Entscheidungen zu fällen, solange sie damit niemand anderem Schaden zufügen, halte ich für das kostbarste Gut überhaupt.

Es ist allerdings sehr schwierig, wenn Aussagen wie: „es gibt wissenschaftlich keinen Nachweis einer Wirksamkeit von Homöopathie, über der den Placebo-Effekt hinaus“ tatsächlich so verstanden werden wie: „die Nichtwirksamkeit von Homöopathie ist wissenschaftlich bewiesen, der Rest ist Einbildung“. Genau diese Denkmodelle, die einen aktuellen Forschungsstand als absolute Wahrheit fehlinterpretieren, agieren nicht gegen Aberglaube, sondern fördern ihn, ohne es zu beabsichtigen.
Wer meint, der Placebo-Effekt sei unwissenschaftlich und stünde nicht weiterhin, aufgrund seines enormen, medizinischen Potenzials, ganz weit oben auf der Interessenliste der Wissenschaft, irrt sich (und andere) wirklich ganz gewaltig. Derzeit befasst sich die Forschung zB. mit dem Zusammenspiel von Placebo-Wirkung und pharmakologischer Wirkung bei anerkannten Präparaten. Der Fachbereich „medizinische Psychologie“ widmet sich gezielt der Placebo-Forschung, und es gibt durchaus einige Forschungsergebnisse, die darauf hindeuten, dass auch bei konventionellen Therapien die Wirkung bis zu 70% auf dem Placebo-Effekt basiert. ( Artikel zu einer bekannten Knie-OP-Studie )
Es gibt auch durchaus wissenschaftliche Nachweise für Engel bzw. ähnliche Wesenheiten, sofern man den Rahmen unserer recht jungen Wissenschaft verlässt, und sich älterer Wissenschaften annimmt. ZB. pflegten Chinesen, Inder oder diverse indogene Kulturen nicht, ihre Wissenschaftler auf Scheiterhaufen zu verbrennen, und blicken folglich auf Forschungsergebnisse aus mehr als 2000 Jahren zurück (wir bringen es grade mal auf großzügig berechnete 500 Jahre). Auch, wenn ihre Forschungsmethoden und Erklärungsmodelle bei uns oft als „alternativ“ oder gar „primitiv“ gelten, zeigt das weniger die Überlegenheit unserer Wissenschaft, als eher unsere Unfähigkeit, andere Denkstrukturen und Wirklichkeitsinterpretationen in unsere Wissenschaft zu integrieren.

Kurz und grün: Vorsicht vor Scharlatanen!
Allerdings erkennt man sie nicht an ihren Methoden oder Behauptungen, sondern an ihrem Absolutheitsanspruch und ihrer Tendenz, den freien Willen weniger hoch zu schätzen, als ihre jeweiligen Gedankenmodelle.
Grade unter Skeptikern und eigentlich wissenschaftlich denkenden Menschen macht sich diese Tendenz zur „Scharlatanerie“ leider grad unbemerkt breit, und das halte ich für sehr viel gefährlicher, als Zuckerkugeln.

14 Pfund Corona! Stressmanagement für Dich und andere Bären

Gestern berichtete mir meine Mutter von einem Gespräch zwischen zwei Arzthelferinnen, dessen sie unfreiwillig Zeugin geworden war. Die eine Arzthelferin fragte: „Was denkst du, wie lange wir es noch mit diesen verschärften Bedingungen aushalten müssen?“, woraufhin die andere entgegnete: „so schätzungsweise noch 7 Kilo mehr?“
  Ich musste lachen. Das kam mir sehr bekannt vor! Denn das, was wir im Freundeskreis aktuell nur halb-liebevoll die „CoKies“ (Corona-Kilos) nennen, erweist sich (wörtlich) zunehmend als eine Nebenwirkung dieser Pandemie, die viele Leute bei sich selbst beobachten.
Ein ganz sachlicher Grund dafür ist sicher die eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Jedoch gibt es noch tiefergehende, sozusagen ur-evolutionäre Gründe dafür, die ich kurz umreissen möchte, bevor ich am Ende dieses Beitrages ein paar (erprobte) Gegenmittel und Durch-die-Krise-Helfer teilen möchte.

Im Umgang mit Stress kennt unsere menschliche Biologie zwei Hauptmassnahmen: Kampf oder Flucht (fight or flight). Meistens geht es dem Körper, rein biologisch, darum, ein effizientes und ressourcenschonendes Energie-Management zu betreiben. „Kampf“ ist also ein Programm, das sich vor allem für akute und kurzzeitige Bedrohungen eignet, „Flucht“ ist eher angebracht bei längerfristigen oder übermächtigen Gefahren.
Wann welches Programm von unserer Biologie ausgewählt wird, ergibt sich aus Instinkt, Erfahrungen und dem Verhalten vom „Rest der Herde“, also von anderen Menschen.

Im „Kampf“-Fall werden Hormone ausgeschüttet, die schnelle, gezielte Hochleistung ermöglichen, indem sie rasant schnell Energie bereit stellen. Sinnbildlich kann man sich zB. einen Löwen bei der Jagd vorstellen. Das bekannteste, zugehörige Hormon ist Adrenalin.
Der „Flucht“-Fall gestaltet sich im ersten Moment nicht anders, aber spannend wird es, wenn sich die „Bedrohung“ länger hält. Das zugehörige Hormon, das dann das Adrenalin ablöst und die Regie übernimmt, heisst Cortisol und ist das natürliche, in unserem eigenen Gehirn produzierte Vorbild des Medikaments Cortison. Sinnbildlich kann man sich Cortisol als einen Bären vorstellen. Er kann enorme Kräfte freisetzen, er kann aber auch einen kompletten Winter in Ruhe verharren und Krisen wörtlich aussitzen.

Mit dem bewussten Verstand haben wir wenig Einfluss darauf, welches „Programm“ unser ureigener Überlebensmechanismus wählt. Es gibt von Natur aus unterschiedliche Typen von Menschen, wobei sich die „Löwen“ eher durch erhöhte Kampfbereitschaft auszeichnen, die „Bären“ durch sehr viel stabilere Resilienz und Durchhaltevermögen auf lange Sicht. Beides hat Vor- und Nachteile. Neben einer Grundveranlagung hat der einzelne Mensch aber auch noch Lernfähigkeit, auf deren Grundlage sich das Verhalten in Stresssituationen mit den Jahren verändert oder festigt.

Die derzeitige Situation ist eindeutig eine „Bären-Phase“. Der mögliche Feind, die Bedrohung, ist unsichtbar, auf gewisse Weise unberechenbar und man eichte uns bereits zu Beginn der Krise auf eine lange Dauer. Insofern ist es absolut kein Wunder, dass nicht nur Hamsterkäufe einsetzten, sondern auch bei vielen Menschen die „innere Intelligenz“ es für angebracht hielt, sowohl Verhalten, als auch Stoffwechsel auf so wenig Energieverbrauch wie möglich zu schalten. Irgendwo zwischen Winterschlaf (sprich: es könnte Versorgungsengpässe geben) und Belagerungszustand (sprich: der Feind steht vor der Türe und diese muss geschlossen bleiben) suchen unsere „Urprogramme“ nach einem passenden Mechanismus, um rein biologisch-hormonell-stoffwechselndes Krisen-Management zu betreiben.

Wir sind, sozusagen, allesamt „voll auf Cortisol“ – eine grosse Bärenfamilie auf Warteposition. Worauf wir warten? Entweder darauf, dass der Feind durch die Tore bricht und wir unsere Energie brauchen, um zu kämpfen (zB. um wieder gesund zu werden, falls wir uns infizieren), oder darauf, dass die Krisenzeit vorbei geht, und wir, wie nach einem Winterschlaf, wieder unsere Glieder strecken können. Das Ziel des Körpers ist es derzeit, so viel Energie wie möglich für die Bedrohung „draussen vor den Toren“ zu sparen, bestenfalls noch neue Energie zu sammeln (also essen, ausruhen und schlafen) und so wenig wie nur irgendwie möglich zu verbrauchen.

Die scheinbar eher schlechte Nachricht ist: wir haben kaum eine Möglichkeit, auf diese Urprogramme mit Verstand und Vernunft Einfluss zu nehmen. Biologisch sind sie bedeutend älter, als unser bewusstes Denken und sie sichern unser Überleben auf der elementarsten Ebene. Es ist gut und richtig, dass wir sie haben.
Die gute Nachricht: wenn man sich dessen bewusst ist, was da passiert, kann man es nicht nur lockerer nehmen, sondern auch absichtsvoll ein bisschen gegensteuern.

Dazu ein paar Tipps:

  1. Nichts im Alltag beeinflusst das Hormonsystem so gezielt, wie Gerüche. Daher sollte man grade derzeit, wo es draussen nach Frühling riecht, so oft wie möglich die Fenster öffnen. Die Gerüche von „frischem Leben“ versorgen unser inneres Urviech mit der Sicherheit, dass das Leben weiter geht und die wichtigsten Lebensgrundlagen (Sonne, Luft, Erde, Wasser, Nahrung) noch da sind.
  2. Gerüche von frischen Kräutern, Blüten und Früchten haben einen ähnlichen Effekt. Es darf ruhig die Tiefkühlpizza sein – aber vielleicht mit ein paar frischen Basilikumblättern? Oder/und ab und zu frisches Obst als Snack zwischen den urinstinktiv energiedichten Nahrungsmitteln (dass man derzeit häufiger und lieber zu kalorienreichen Nahrungsmitteln greift, ist Teil des Cortisol-Programms des Körpers).
  3. Vitamin C, entweder in Pulverform (Ascorbinsäure aus der Apotheke), besser aber noch als Zitronenwasser (auf 1L stilles Wasser abends eine unbehandelte Zitrone mit Schale und Kernen zerschneiden, ansetzen und von dem Wasser morgens vor dem oder zum Frühstück trinken, mindestens 250ml, den Rest über den Tag verteilt). Vitamin C gibt unseren Urinstinkten das deutliche Signal „kein Grund zur Sorge, alles frisch!“ – genau wie Wasser und der Geruch und Geschmack von Zitronen.
  4. Abends etwas mit Zimt in den Speiseplan einzubauen ist ebenfalls hilfreich. Ich esse zB. gerne eine Scheibe Brot mit zerquetschter Banane und Zimt darauf. Zimt macht sich gut auf Schweinefleisch, in Zimtschnecken, als Zugabe in Tees oder Joghurt,… Zimt senkt den Cortisol-Spiegel. Viele verbinden Zimt eher mit Weihnachten, aber es setzte sich als beliebtes Gewürz in der dunklen Jahreszeit durch, weil es den Winter-Stress abmildert, der ebenfalls teilweise auf erhöhten Cortisol-Werten basiert. (Bitte achte darauf, dass Du echten Zimt nimmst, das ist „Ceylon Zimt“).
  5. Egal wieviel Schokolade man sowieso schon gegessen hat, ganz am Ende des Tages, als „Betthupferl“, sollte man ein Stück seeeehr dunkle Schokolade essen, mit einem Kakao-Anteil, so hoch, wie man es noch so eben essen kann. Wer mag, kann auch reine Kakao-Nibs knabbern. Oder sich, vor dem Zubettgehen, einen Schlaftrunk aus echtem (!) Kakao und Milch aufwärmen. Auch Kakao senkt den Cortisol-Spiegel im Körper.
  6. Atemübungen sind ja gut für und gegen fast alles. Hierbei ist es aktuell wichtig, dass man nicht bloss auf Entspannung achtet, denn die Atmung im Cortisol-Zustand ist sowieso verlangsamt (wie im Winterschlaf des Bären), sondern vor allem eben bewusst atmet. Auch mal ein bisschen mehr einatmen, als normal, mal einen Moment die Luft anhalten, bewusst alles an Luft aus der Lunge drücken, bis wirklich mal alles ausgeatmet ist… Ganz bewusstest Seufzen kann auch Wunder wirken. Hauptsache, man übernimmt bewusst die Kontrolle über die Atmung und durchbricht damit die „Standby-Winterschlaf-Atmung“ 😉
  7. Vogelgezwitscher zuzuhören hilft ebenso, wie mit Kleinkindern, Hunden oder Katzen zu spielen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Wir wissen urinstinktiv, dass Kinder und Tiere noch viel wachere Sensoren haben, als wir selbst, weil sie rein biologisch angreifbarer sind – daher wirkt sich die Gelassenheit anderer, etwas sorgloserer Mitgeschöpfe auf unser Hormonsystem ausgleichend und beruhigend aus und senkt generell den Stresshormonpegel.
  8. Die gebetsmühlenartigen Wiederholungen in den Medien, dass die Pandemie erst an ihrem Anfang stünde, noch sehr lange dauern könnte und wir die Gefahr nicht unterschätzen dürfen, tragen dazu bei, das „innere Urviech“ im Cortisol-Stress zu halten. Daher ist es sinnvoll, sich gezielt ein Mal am Tag zu informieren, aber das Thema ansonsten zu meiden.
  9. Ein bisschen Nachsicht, bitte!
    Auch wenn Du selbst nicht sonderlich von den Auswirkungen der Krise betroffen bist: andere Menschen reagieren eventuell, auch hormonell, sensibler auf die äusseren Ereignisse. Hab ein bisschen Nachsicht und Mitgefühl für andere und ihren grad eventuell aktiven, inneren BärSchützer 😉 Der eine „bekommt den Hintern nicht hoch“, der andere reagiert plötzlich auf eine Kleinigkeit wie ein von der Tarantel gestochener Berserker… Das ist alles eventuell nicht so persönlich gemeint, sondern es kann sich einfach nur um eine hormonelle Reaktion im Umgang mit einem globalen Ausnahmezustand handeln. Klopapier-Horten, Hamsterkäufe, Verschwörungstheorien, Dekorations- und Renovierungsdrang daheim („Cocooning“), tägliche Neuidentifikation eines möglichen „Feindbildes“ – all das sind typische Anzeichen für „Cortisol bei der Arbeit“. Das heisst nicht, dass man alles schweigend tolerieren und hinnehmen muss, aber es ein bisschen besser zu verstehen, sorgt für deutlich niedrigere Stress-Hormon-Pegel bei einem selbst 😉

Noch zwei Hinweise: es passiert nicht allen und nicht immer, aber wenn man derzeit häufiger zwischen 02:00Uhr und 04:00Uhr nachts wach wird: das ist „typisch Cortisol“.
Ganz besonders dann, wenn man mit Nachthunger wach wird und den Kühlschrank plündert, muss man sich keine Sorgen machen – „das sind nur die Hormone“ 😉 Es wird sich alles wieder normalisieren.

Ein weiterer Nebeneffekt von Cortisol ist ein verändertes Konfliktverhalten – wir reagieren nicht mehr so, wie der Löwe (brüllen – und gut) sondern eher, wie der Bär (so lange abwarten, schmollen, runterschlucken, ausweichen und versuchen, es auszusitzen, bis nichts mehr geht, dann aber völlig mass- und gnadenlos eskalieren). Normalerweise hilft dagegen eine verausgabende Sporteinheit am späten Nachmittag am besten, aber solange wir kollektiv in diesem „es-ist-noch-längst-nicht-vorbei“-Zustand festhängen, ist es unermesslich schwer, den inneren Bären davon zu überzeugen, auch nur ein Quentchen Energie, die er ja noch für den >Feind da draussen< brauchen könnte, aus seiner Sicht zu vergeuden. Wer sich also schlicht nicht zum Sport aufraffen kann, funktioniert eigentlich ganz normal und biologisch sinnvoll. Man kann aber ein bisschen tricksen, um sich und anderen das Leben zu erleichtern, womit ich zum zehnten und letzten Tipp für heute komme:
Ein bewährtes Mittel gegen die seelischen Nebenwirkungen eines erhöhten Cortisolspiegels sind Horrorfilme, Thriller, Katastrophenfilme,…. (Normalerweise helfen auch Sportveranstaltungen, aber die fallen derzeit ja grösstenteils weg.) Hauptsache spannend. Richtig spannend. So spannend, dass man so richtig mitfiebert und hier und da mal nach Luft schnappt. Es darf auch gerne etwas brutal, blutig und/oder surreal sein. Aber es ist extrem wichtig, dass es am Ende eine Auflösung bzw. ein Ergebnis gibt. Bei vielen neueren Filmen hat sich die Unart des „offenen Endes“ eingeschlichen, und sollte man beim Streaming so ein Exemplar erwischen, ist es wirklich entscheidend (für den seelenhygienischen Effekt), dass man dann hinterher, direkt im Anschluss, noch etwas Spannungs-Auflösendes schaut. Bei mir wirkt eine Folge von „Die Simpsons“ ganz gut, aber generell empfehlen sich grade Serien aus der Kinderzeit.  Wichtig ist, dass man erst etwas die Spannung Lösendes schaut, bevor man etwas anderes tut, sonst verliert sich der Effekt.
Dieses Ersatzventil für die seelische Cortisol-Seite kann einem das emotionale Überleben dieser Zeit wirklich erleichtern.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem kleinen Beitrag ein bisschen zum hormonellen Selbstverständnis und dem persönlichen Krisen-Management beisteuern. 🙂

 

Affirmationen, die wirken

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Wer schon einmal mit Affirmationen gearbeitet hat, wird die „Grundregeln“ schon kennen: Man formuliert einen Satz und rezitiert ihn so häufig wie möglich, gerne auch während einer Meditation oder bei Alltagshandlungen wie Zähneputzen. Ziel ist es, das Unbewusste auf ein erwünschtes Ergebnis, zB eine Geisteshaltung, quasi „zu programmieren“. Daher ist es manchmal auch möglich, die jeweilige Affirmation aufzuschreiben und im peripheren Sichtfeld zu platzieren (um sie, auch wenn man nicht bewusst dran denkt, in’s „Unbewusste zu schleusen“) oder sie schriftlich so lange und oft zu wiederholen, bis das Schreiben automatisch erfolgt, man also nicht mehr bewusst darüber nachdenkt.
Überaus wichtig ist es, den entsprechenden Satz einer Affirmation positiv zu formulieren und keine Negierungen (sowas wie „kein“, „nicht“, etc.) zu verwenden. Ausserdem sollte er in die Gegenwartsform gebracht werden. Sagt man jedenfalls.
Das heisst, man sollte zB. anstelle von „Ich will nicht mehr krank sein“, lieber sagen/schreiben: „Ich bin gesund und putzmunter.“
Anstelle von: „ich will reich werden.“ wäre (Gegenwart): „ich lebe in Wohlstand.“ angeraten.
Jedoch steckt genau hier ein gewisses „Problemchen“, das viele Menschen mit Affirmationen haben: nutzt alles nix, wenn man sich das selbst nicht glaubt.
Wenn man beispielsweise mitten in einer saftigen Grippe steckt, mit Gliederschmerzen, verrotzt bis unter die Hutkrempe, und sich einfach elend fühlt, und man sich dann aufsagt: „Ich bin gesund und fühle mich großartig!“, dann sagt das Unbewusste schnell: „Du hast doch einen Knall!“, und macht manchmal einfach total dicht (zB indem man bei jedem Affirmationsversuch einschläft oder an die Einkaufsliste für morgen denkt oder einem plötzlich die Nachnamen sämtlicher Freunde, die man im Kindergarten hatte, durch den Kopf gehen – kurz: Konzentration unmöglich.)

Ich möchte hier eine etwas andere Affirmationstechnik vorstellen.

Wie auch beim „normalen“ Affirmieren formuliert man einen Satz, der möglichst klar und positiv das ausdrückt, was man will.
Als Beispiel: „Ich bin gesund.“
Jetzt streicht man gedanklich alles weg, was kein Adjektiv (wie-Wort) ist:
Ich bin gesund.
Den „ich lebe in Wohlstand“-Satz müsste man noch kurz zu einem Satz mit Adjektiv umbauen, zB. „ich bin wohlhabend.“ oder schlicht: „ich bin reich.“
Als nächsten Schritt nimmt man sich am besten etwas Zeit (ein paar Minuten), schliesst die Augen und stellt seinem Verstand die Frage: „wie fühlt sich gesund (oder wohlhaben oder reich oder glücklich oder, oder, oder…) an?“
Der Verstand liebt Aufgaben. Sogar, wenn wir krank sind. Er wird gleich „loslaufen“ und nach Erinnerungen suchen, wie sich denn „gesund“ anfühlt. Er wird Lösungsvorschläge anbieten (das ist sein Job), und wenn die entsprechende Erinnerung passt, dann kann man, eventuell sogar laut, sagen: „ja, genau sowas meine ich. Das suche ich!“
Bei manchen Themen (zB „wie fühlt sich frisch-verliebt an?“) kann es passieren, dass der Verstand, neben den guten Erinnerungen an ein Frischverliebtsein, auch zeitgleich bzw. zeitnah die an den damit später verbundenen Trennungsschmerz ausbuddelt. Dann sollte man gleich sagen: „Nein! Stopp! Das meine ich nicht. Wie fühlt sich frisch-verliebt an?“

Sehr wichtig dabei ist, dass man nicht auf Substantive (Haupt-, Ding-, Nennworte) zurück greift. ZB. nicht „wie fühlt sich Gesundheit an?“ oder „wie fühlt sich Liebe an?“.
Das hängt damit zusammen, wie wir, seit unserer Kindheit, unser Erinnerungs- und Erkennungsvermögen trainiert haben. Hauptworte erkennen wir quasi „von aussen“, als Beobachter und eher „Unbeteiligte“. Wir identifizieren „Liebe“ oder „Glück“ anhand von Merkmalen. Während wir Adjektive, vor allem im Bezug auf „Fühlen“, eher durch eigene Erinnerungen oder Mitgefühl mit anderen Menschen begreifen.

Sobald man die passenden Erinnerungen aus dem Gedächtnis ausgegraben hat, kann man sich in die jeweilige Erinnerung vertiefen und sie mehrfach „abspielen“, wie eine private „Best of…“-Vorstellung im Kopf-Kino.
Manchmal kann der Verstand auch andere „Lösungsvorschläge“ anbieten. Das ist mir mal bei einem Hexenschuss so gegangen, als ich diese Übung mit „schmerzfrei“ gemacht habe. Anstelle von Erinnerungen an schmerzfreie Zeiten, bot mein Verstand mir eine „Auflistung“ all meiner schmerzfreien Körperstellen an, von denen ich dann die aussuchte, sie sich am besten anfühlten und mich einige Minuten ganz auf diese Körperstellen und das „schmerzfreie“ Gefühl konzentrierte.*

Wenn man diese Übung vor dem Einschlafen macht, nimmt man ein sehr angenehmes Gefühl mit in den Schlaf. Darüber hinaus wirkt diese Sorte von Affirmationen bei mir sehr viel besser, schneller und eindeutiger, als ich es von den „rein verbalen“ Affirmationen jemals hätte behaupten können. Oft wirklich ziemlich „magisch“ 😉

Viel Spaß beim „Adjektiv-Erinnerungs-Surfen“! 🙂

 

 

*als kleine Anmerkung, für besonders Experimentierfreudige:
Einige Male ist es mir seitdem gelungen, mich nicht nur sehr auf dieses „schmerzfrei“-Gefühl zu konzentrieren, sondern dann, wenn ich wirklich richtig „drin war“, mit meinem Verstand genauestens seziert hatte, WIE sich „schmerzfrei“ anfühlt, mir dann sogar vorzustellen, dieses Gefühl, genau dieses Gefühl, in der akut schmerzenden Region zu haben. Das klappt nicht immer – aber ein paar Migräne-Anfälle, unter denen ich ab und an innerhalb des weiblichen Zyklus leide, konnte ich damit schon erfolgreich „adjektivieren“ 😉

Geldmagie

Nachdem ich mich darüber ausgelassen habe, was nicht, bzw. nur eingeschränkt, von Nutzen ist (Gesetz der Anziehung), möchte ich auch mal etwas teilen, was, konsequent angewandt, sehr dienlich sein kann.

Wem Teile dieses „Zaubers“ bekannt vorkommen, aus etwaigen Weisheitstexten wie der Bibel oder einschlägigen „so-wirst-du-reich“-Selbsthilfe-Ratgebern, der muss sich nicht wundern. Das Meiste an „geheimen“ Praktiken ist keineswegs so sonderlich „geheim“ – nur das Überangebot an Ratschlägen macht es einem recht schwer, ohne Anleitung die richtigen Tipps auszuwählen.
Daher habe ich diesen hier, den ich selbst anwende, und in der Anwendung für wirkungsvoll befunden habe, grade deswegen ausgewählt, weil er „nicht so neu“ (im Grunde das absolute Gegenteil von neu) ist. Warum, wieso und weshalb er so wirkungsvoll ist, auch auf einer etwas „mystischen“ (sprich: nicht offensichtlich erklärbaren) Ebene, möchte ich nun vorerst nicht ausführlich erörtern – aber bei Gelegenheit liefere ich die „Theorie“ dann nach 😉

Nun aber zur Praxis:
Von jedem Euro, den Du erhältst, legst Du 10 Cent zur Seite, am besten in eine spezielle Spardose. Solltest Du beinahe Deinen gesamten Zahlungsverkehr per Karte regeln, dann setze Dir ein Datum (natürlich idealerweise, wenn Du Deine Einkünfte überwiesen bekommst) und lass Dir 10% Deines Guthabens in bar auszahlen.
Wenn Du so knapp bei Kasse bist, dass Du Dir das nicht leisten kannst, nimm nur einen Cent von jedem Euro, oder soviel halt noch geht, ohne Dir wirklich „weh zu tun“. Als ich damals angefangen habe, fiel mir sogar der eine Cent schwer, aber ich habe dann von jedem „regulären“ Euro einen Cent zur Seite gelegt, von jedem Euro, der ausser der Reihe reinkam, habe ich entweder den kompletten Betrag, oder das, was ich entbehren konnte, beiseite gelegt. Manchmal waren es 5 Cent, die ich auf dem Bürgersteig gefunden hatte, mal das Pfand einer Leergutflasche, die ich auf dem Parkplatz eingesammelt hatte…
Bei mir fing die „Magie“ relativ früh an, zu wirken, denn ich hatte mit dieser „Cent für Cent“-Methode grade mal knapp 60,- Euro zusammen gespart, als ein lokaler Schornsteinfeger seine Dienste damit bewarb, dass er jedem Haushalt einen ausgefüllten Lottoschein spendierte. Ich gewann zwar keinen Jackpot, aber exakt so viel, wie ich brauchte. Wofür brauchte?
Das ist Schritt Zwei:
Sobald Du genug Geld zusammen gespart hast, kaufst Du davon einen Goldbarren, besser noch eine Goldmünze (die kleinsten, sinnvollen Münzen sind derzeit 1/20 Unzen und kosten aktuell zwischen 105,- und 120,- Euro; vor Corona lag der Preis so bei ca. 90,-Euro).
Sehr wichtig: kaufe keinen Schmuck. Kaufe nichts, was irgendeinen Sinn und Zweck erfüllt und nichts, was Du irgendwie „nutzen“ kannst. Dieses Gold ist auch nicht als „Notreserve“ gedacht, es ist auch kein Investment. Sondern es ist das, was zB. in der Bibel als „Zehnt“ bezeichnet wird (der zehnte Teil).
Mein Mentor, auf den ich traf, als ich noch in Heidenkreisen unterwegs war, nannte es mir gegenüber, mit Augenzwinkern, gerne „das GötterGold“. Hebe dieses Gold an einem besonderen Platz auf. In einer kleinen „Schatzkiste“ oder einer ganz besonderen Geldbörse. Es sollte ein bisschen was „Besonderes“ für Dich sein – ein kleines „Sanktuarium“ (Heiligtümchen).

Auch die Gold-Münze/n solltest Du so aussuchen, dass sie Dir gefällt/gefallen und etwas Besonderes für Dich ist/sind. Daher rate ich auch zu Münzen. Barren sind zwar ganz hübsch, aber Münzen haben noch einmal eine ganz andere Ästhetik, Symbolkraft und auch einen gewissen, historischen und energetischen Hintergrund.

Sehr wichtig:
Bis Du den Gegenwert von Deinem bisher üblichen Durchschnittseinkommen in Deinem „Zehnt“ vergoldet hast, kannst Du jeden Cent, den Du entbehren kannst und willst, auf diese Weise anlegen. Doch immer nur Geld, das „freiwillig“ zu Dir gefunden hat, niemals, wirklich nie, Geld, bei dem Du (und sei es noch so leise) ein moralisches Problem damit hast, wie Du es erhalten hast (solltest Du ab und an mit illegalen Drogen dealen oder Omis die Taschen klauen, würde ich Dir schwer davon abraten, dieses Geld zu verwenden – mal abgesehen davon, dass ich Dir von solchen Geldbeschaffungsmassnahmen sowieso abraten würde, aber das weisst Du dann sicher selbst… 😉 ). Verwende immer „sauberes“ Geld, geh nie, auch am Anfang, über 10% Deines Einkommens wenn Du eigentlich irgendwo Schulden zu begleichen hast und verwende immer nur Geld, das Du noch entbehren kannst, ohne wirklich dafür zu leiden.
Sobald Du Dein durchschnittliches Monatseinkommen in Gold zusammen hast, nimm bitte generell nur noch 10% von jedem Euro, der Dir zufliesst – nicht mehr.

Der Grund, warum ich das betonen muss: dieser „Zauber“ sorgt auf mystische Weise dafür, dass Dir beinahe immer, mit ganz kleinen, kurzen und vergänglichen Durststreckchen von wenigen Tagen, exakt der Gegenwert Deines „GoldZehnts“ in Geldguthaben zur Verfügung steht. Sobald man das merkt, ist die Versuchung wirklich gross, gleich mal alles zusammen zu klauben, was man irgendwie an Geld auftreiben kann, und es in Gold zu tauschen. Aber so funktioniert es nicht – das führt beinahe immer dazu, dass man das „überschüssige“ Gold dann doch in einer aussergewöhnlichen Notlage wieder verkaufen muss…
Immer nur jeden Monat maximal ein Zehntel des Einkommens – das muss als „Wachstumsrate“ reichen.

Dein Geldfluss wird sich langsam und stetig erhöhen.

Nun kommt Schritt Drei und ein weiterer, sehr wichtiger Punkt:
Nach sieben Jahren – Du solltest Dir das Datum, an dem Du damit angefangen hast, alljährlich in Deinem Kalender notieren – verkaufst Du alle, und damit meine ich wirklich ALLE, Deine Goldvorräte in diesem „Zehnt“ und verwendest den Erlös für ein Fest mit Freunden, Familie, Geschäftspartnern, Kollegen oder mit wem auch immer Du gerne „sieben fette Jahre“ (die vergangenen oder die kommenden? Wie Du magst…) feiern willst. 

Jedem, der Dir an diesem Tag noch Geld schuldet, solltest Du die Schulden erlassen, vor allem Freunden und Familienangehörigen, aber idealerweise allen, die Dir noch Geld schulden (ausgenommen davon sind langwierige Verträge mit Institutionen). Bitte achte schon ein, zwei, drei Jahre vorher darauf, dass Du selbst Deine Schulden bei Mitmenschen bis zum Ende des siebten Jahres beglichen hast (wieder ausgenommen Kreditverträge, Sparpläne und Ähnliches).
Es spielt absolut keine Rolle, ob Du an dem Tag, an dem Du das Gold verkaufst, Gewinn oder Verlust mit dem Verkauf machst – verschieb das Datum nicht. Die Party kannst Du zu einem späteren Zeitpunkt schmeissen (in den 72 Tagen nach Goldverkauf), aber das Verkaufsdatum für das Gold sollte so nah wie möglich, idealerweise auf den Tag genau, sieben Jahre nachdem Du den ersten Cent dafür „angespart“ hast, erfolgen.

Da Dein monatlicher Geldfluss sich langsam und stetig immer wieder auf dem Gegenwert von Deinem Zehnt einpendeln wird, musst Du Dir keine Sorgen machen: auch im Monat nach der Feier fliesst das Geld Dir weiter zu, und Du kannst relativ schnell wieder Dein „GötterGold“ neu kaufen. Doch mach nicht den Fehler, es umgekehrt zu handhaben und zu denken: „naja, dann kann ich mir die Mühe mit dem Verkauf auch sparen, das Gold gleich liegen lassen und die Feier von dem Geld, das reinkommt, bezahlen!“ – so funktioniert es nicht. Alle sieben Jahre muss man sozusagen „den Reset-Button drücken“ und symbolisch ganz neu anfangen.

Nachteil dieser Methode:
Sie dauert relativ lange und die Erfolge schleichen sich ein, so dass man es manchmal gar nicht bemerkt.

Vorteil dieser Methode:
Gold ist eine relativ sichere Geldanlage. Selbst wenn die „Magie“ versagt, kannst Du dabei nicht viel verlieren, sondern das Gold, als Notgroschen, bleibt Dir erhalten.

Mein Erfahrungsbericht:
Ich fing damit an, als es mir finanziell eher nicht so gut ging, und es dauerte ein Weilchen (einige Monate), bis ich mich auf insgesamt 340,-Euro in Gold hochgehangelt hatte (die ersten 60,-Euro dauerten acht Monate, dann kam der oben erwähnte Schornsteinfeger-Lottogewinn). Das war nicht ganz mein damaliges Einkommen, das sich grade zu jener Zeit (Wunder, oh Wunder) deutlich steigerte – und da meinerseits der finanzielle Leidensdruck allmählich wegfiel, fiel wohl auch die Motivation, zu sparen, in den Gulli.
Beinahe drei Jahre lang vergass ich den „Zehnt“ fast völlig. Ich meine, ich wusste schon noch, dass ich das Gold hatte, ich sah es mir auch manchmal an (ich mag Gold 🙂 ) und ich fand den Gedanken, endlich mal eine, wenn auch kleine, Notreserve zu haben, überaus erholsam, nachdem ich durch einige finanziell sehr harte Jahre gekrochen war. Aber irgendwie vergass ich, sobald ich das „Schatzkästchen“ weggelegt hatte, sehr schnell wieder, dass ich ja eigentlich mal wieder ein, zwei kleine Goldmünzen hinzufügen wollte.
Bis mich mein Mentor, als wir grade bei mir zuhause bei Kaffee und Kuchen sassen, darauf ansprach und fragte, wie es denn eigentlich um mein „GötterGold“ stünde. Ich erzählte ihm wahrheitsgemäss, dass ich nicht weiter daran „gearbeitet“ hätte und, obwohl es mir ja finanziell deutlich besser ginge, als damals am Anfang, auch nicht so genau wüsste, ob ich wirklich an die „Wirkkraft“ glauben würde.
Monsieur Mentore grinste breit, sagte: „Dann werde ich dich jetzt mal ein bisschen verblüffen.“, und trug mir auf, sämtliches Bargeld aus all meinen Portemonnaies, Taschen, „GroschenGruben“ (jenen Schälchen und Ecken, in die man immer mal wieder Kleingeld schmeisst) und sonstigen Winkeln einzusammeln. Ich lief durch die Wohnung und war um Gewissenhaftigkeit bemüht, während er am Esstisch sass, und die von mir angeschleppten Kleinbeträge addierte. Als ich sicher war, all meine „Bargelddepots“ geplündert zu haben, bat er mich noch, mein Guthaben auf meinem Bankkonto zu checken. Nachdem beide Beträge, der von meinem Bargeld daheim und der vom Konto, zusammen gerechnet waren, liess mich der Herr Mentor den aktuellen Wiederverkaufswert meiner Goldmünzen im Internet recherchieren.
Man kann es sich denken: die beiden Beträge, der meines Guthabens und der Wiederverkaufswert meines „Zehnts“, deckten sich, und zwar beinahe exakt, bis auf einen einzigen Euro, der mir an Guthaben fehlte.
Diesen einen, fehlenden Euro fand ich am Abend in meiner Hosentasche – ich hatte ihn nach dem Einkaufen dort hinein gesteckt und bei meiner „Bargeldzusammentrag-Aktion“ schlicht vergessen.

Danach war ich ziemlich überzeugt!
Ich habe trotzdem nicht jeden Monat 1/10 zurück gelegt – im Nachhinein weiss ich, dass ein eher langsames „Herauswachsen“ aus den Geldproblemen für mich leichter und gesünder war. Aber der Zehnt ist ein tolles Werkzeug und ein wundervolles „Stückchen Magie“!

Ich wünsche jedem, der es ausprobiert, viel Spaß und Erfolg damit – und goldene Zeiten!
(und jedem, der es nicht ausprobiert, natürlich auch!) 🙂